Gefährdete Bereiche

Über Betriebsfunk Informationen austauschen und Arbeitsabläufe teamgerecht zu organisieren ist aus vielen Bereichen der Wirtschaft nicht mehr weg zu denken. Das gilt insbesondere auch bei gefählichen Arbeiten in entsprechenden Gefahrenbereichen wo aus guten Grund keine herkömmlichen Geräte benutzt werden dürfen. Insbesondere immer dann wenn erhöhte Explosions- oder Brandgefahren vorliegen..
 
Egal ob in Erdölindustrie, Chemische Industrie oder Gasversorgungsbetriebe - um sicher im Team Arbeiten zu können kommt es gerade bei gefährlichen Arbeiten auf eine professionelle Funkverbindung an. Vor allem Notruffunktionen wie "Man Down" ist gerade dannt wichtig um bei Unfällen rechtzeitig Hilfe an den Unfallort zu bekommen.
Aber nicht nur in den genannten, offensichtlichen Bereichen besteht Bedarf an speziellen Geräten.
Überall dort wo es zu einer Staubverpuffung oder Staubexplosion kommen kann, beispielsweise in der Getreide- und Mehlverarbeitenden Industrie und im Abbruchgewerbe bei Arbeiten an Mauersägen, braucht es spezielle Geräte.
 
Es gibt daher besondere Sicherheitsanforderungen an die Gerätesicherheit bei Betriebsfunkgeräten welche teils international, teils durch EU-Richtlinien spezifiziert sind.
 
Aktuell sind zwei unterschiedliche Schutzklassen lieferbar welche Sie hier in getrennten Unterkategorien finden. Zur Unterscheidung finden Sie neben den für Laien unverständlichen Zulassungskürzeln eine grobe Erklärung der Klassen:
 
Intrinsic Safe nach TIA 4950
Die von der Telecommunications Industry Association verfasste Klassifikation 4950 beschreibt Anforderungen von eigensicheren Geräten zur Verwendung in brand- oder explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen. Es handelt sich hierbei um eine "weichere" Schutzklasse im Sinne des Explosionsschutzes. Beispielsweise gilt der Gerätestatus "Eigensicher" auch bei den in Deutschland allgemeinen Sendeleistungen für Handfunkgeräte von 2W (70cm Band) bzw. 2,5W (2m Band) uneingeschränkt, was die gleiche Reichweite garantiert wie mit gewöhnlichen Handfunkgeräten ohne TIA 4950 erzielbar ist.
Eigensichere Geräte nach TIA 4950 (gleichbedeutend zum älteren Standard FM6310_88) dürfen nur mit Zubehör betrieben werden welches für den eigensicheren Gerätestatus freigegeben ist. Egal ob eine Antenne ersetzt, oder Audiozubehör angeschlossen wird - es muss darauf geachtet werden das alles für den Eigensicheren Betrieb spezifiziert ist. Der Betrieb von Eigensicheren Geräten ist ausschließlich mit entsprechend zertifizierten Akku erlaubt. Die Nutzung von preiswerteren Standard-Akkus ist zwar technisch möglich, sorgt jedoch zum verlöschen des Eigensicheren Gerätestatus.
Eben so wichtig bei Betrieben mit gemischten Geräteflotten "Eigensicher" und normale Handfunkgeräte: Verwechselungsgefahr!
Optisch sind Eigensichere Handfunkgeräte und nicht eigensicheren identisch und können verwechselt werden. Um eine Verwechselung dieser Art aus zu schließen ist es ratsam entweder alle Geräte in der eigensicheren Klasse zu beschaffen, oder die Geräte durch deutlich sichtbare Unterscheidungskennzeichen zu markieren!
 
Alle aktuell lieferbaren eigensichere Geräte weisen die selbe TIA4950-Spezifikation auf und wurden UL zertifiziert:
 
Division 1, Klasse I, II, III, Gruppen C, D, E, F, G
Division 2, Klasse 1, Gruppe A, B, C, D, T3C, Tamb -25°C bis +60°C
 
Die erste Zeile Definiert mit Division1:
Orte wo entzündbare Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten oder Stäube permanent oder gelegentlich unter normalen Arbeitsbedingungen vorherrschen.
Unter diesen regelmässigen oder regulären Einflüssen gilt:
Klasse I  : endzündbare Gase, Dämpfe oder Flüssigkeiten
Klasse II : endzündbare Stäube
Klasse III: endzündbare Fasern und sonstige Schwebeteilchen
Gruppe C: Ethylen und vergleichbare Gasgruppen
Gruppe D: Methan und vergleichbare Gasgruppen
Gruppe E: elektrisch leitfähige Stäube
Gruppe F: brenbarer Holzkohle- & Koksstaub
Gruppe G: Getreidestaub
 
Die zweite Zeile definiert mit Division 2:
Orte wo endzündbare Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten oder Stäube unter normalen Arbeitsbedingungen nicht vorherrschen.
Unter diesen seltenen, nur kurzzeitigen Bedingungen (z.B. Betriebsunfall) gelten:
Klasse I  : endzündbare Gase, Dämpfe oder Flüssigkeiten
Gruppe A: Acetylen und vergleichbare Gasgruppen
Gruppe B: Wasserstoff und vergleichbare Gasgruppen
Gruppe C: Ethylen und vergleichbare Gasgruppen
Gruppe D: Methan und vergleichbare Gasgruppen
T3C = maximale Oberflächentemperatur 300°C
Tamb -25°C bis +60°C zulässige Umgebungstemperatur

 

ATEX nach EU-Direktive
Die aktuelle ATEX-Produktrichtlinie 2014/34/EU sowie die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG definiert hohe Anforderungen an den Explosionsschutz von Betriebsmitteln, wovon auch Betriebsfunkgeräte betroffen sind. In Deutschland wird diese Richtlinie in der  Explosionsschutzprodukteverordnung geregelt.
Es handelt sich hierbei um eine "harte" Schutzklasse im Sinne des Explosionsschutzes. So ist z.B. bei ATEX-Geräten die Sendeleistung durch mehrere Hardwaremaßnahmen auf maximal 1W beschränkt, was natürlich auch die Reichweite gegenüber normalen Handfunkgeräten einschränkt. Des weiteren sind ATEX-Geräte häufig auf Bauteilebene nicht mehr reparabel, da alle Platinen hermetisch dicht vergossen sind.
ATEX-Geräte dürfen nur mit ebenfalls ATEX-sicheren und freigegebenen Zubehör und Ersatzteilen betrieben werden. Der Betrieb mit günstigeren Akkus ohne ATEX-Schutz ist technisch verhindert.
ATEX-Geräte sind immer deutlich gekennzeichnet so das sie mit nicht ATEX-Geräten nicht versehentlich vertauscht werden können.
 
Aktuell sind verschiedene ATEX-Spezifikationen lieferbar. Sie finden die jeweiligen Zulassungen in den Produkttexten.
Alle aktuell lieferbaren ATEX-Geräte weisen folgende Spezifikationen auf:
 
TIA 4950 oder ATEX, was ist die richtige Sicherheitskategorie für Ihren Fall?
Eine rechtssichere und versicherungstechnische Einstufung dieser Frage kann an erster Stelle der für Ihr Betrieb zuständige Sicherheitsbeauftragte für Arbeitsschutz treffen. In nächster Instanz die Berufsgenossenschaft oder auch die örtlich zuständige Feuerwehr.
Wir können da nur eine Laienhafte und unverbindliche Einschätzung geben.
 
Eigensichere Geräte nach TIA4950 mag für Lebensmttelbereich wie Mehlverarbeitende Industrie eventuell reichen, kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall drauf an.
Spätestens aber im Bereich von Gasversorgern, Mineralöl- und Chemischer Industrie sowie entsprechende Werksfeuerwehren bewegen sich ganz klar in einem Bereich, wo ATEX verlangt wird. Geräte nach TIA 4950 sind für solche Belange nicht hinreichend sicher.
 

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