Betriebsfunk Digital

Digitaler Betriebsfunk - aber Richtig:

Das internationale Bestreben nach mehr Effizienz und Frequenzökonomie hat im digitalen Zeitalter zwei neue Resultate erbracht.

pDMR mit 6,25kHz Kanalbreite und FDMA nutzt zwar die geringste Bandbreite, aber zeigt diverse Schwächen in Bezug auf Reichweite und Übertragungsqualität. Diese sind vorangig in der Kanalbreite begründet wo kein sinnvoller Platz mehr für Overheadreserven zu finden ist.

DMR mit 12,5kHz Kanalbreite und TDMA benötigt zwar doppelt soviel Bandbreite, zeigt jedoch wesentlich stabilere Reichweiten und Übertragungsqualitäten. Die größere Bandbreite wird jedoch praktisch ausgewogen, indem DMR zwei gleichwertige Zeitschlitze und somit zwei unabhängig nutzbare Übertragungskanäle je Frequenz anbietet. So können im Vergleich zum analogen Betriebsfunk zwei Funkgespräche gleichzeitig über die selbe Frequenz abgewickelt werden, ohne sich gegenseitig zu beinflussen. Ebenso kann der zweite Zeitschlitz für Datenfunk (GPS-Daten, Textübermittelung, Telemetrie usw.) genutzt werden.

DMR mit 12,5kHz Kanalbreite und TDMA ist aufgrund dieser Tatsachen weltweit der bereits meißt genutzte und zudem stetig wachsende Standard im digitalen Betriebsfunk. Aktuell bieten wir als Vertragspartner von Motorola und Vertex alle DMR-Geräteserien dieser Hersteller an.

Bitte Beachten Sie das mit dem digitalen Betriebsfunk viele Änderungen einzug halten:

Reichweite:

DMR reicht annähernd ähnlich weit wie bisheriger analoger Betriebsfunk. Während im analogen Betriebsfunk aber mit zunehmender Entfernung die Sprachqualität deutlich nach lies, sorgt der Codec AMBE+ nebst Fehlerkorrektur in der DMR-Technik dafür das die Sprachualität innerhalb der gesamten Reichweite konstant bleibt und Hintergrundgeräusche beim Senden deutlich unterdrückt werden. Bei dem Umstieg von analogen auf digitalen Betriebsfunk sollte jedoch die Antennenanlage überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden um optimale Ergebnisse zu erzielen. Für eine optimale Reichweite ist es eben so an zu raten zusätzliche Überlegungen zu Stationsstandorten oder Relais an zu stellen. Wir beraten Sie hierbei gerne!

Ebenso wichtig für die Reichweite ist die Gerätegeneration: Im Laufe der vergangenden 10 Jahren der DMR-Technik gab es mehrere Gerätegenerationen welche sich langsam von Ihrer Reichweite erheblich gebessert haben. Bei Motorola wurde erst anfang 2017 eine grundlegend überarbeitete Empfängertechnik eingeführt. Die aktuellen Geräteserien DP/DM xxxx wurden mit einem nachfolgendem e-Suffix versehen. Wenn Sie neue Geräte kaufen, achten Sie bitte bei Preisvergleichen auf dieses Suffix. Beispiel: DP4400 ist alt, der Nachfolger heißt DP4400e. Nach und nach werden alle Gerätefamilien eingeführt. In Unserem Shop werden die alten Geräte gegen den aktuellen Geräten ersetzt, sobald entsprechende Geräte verfügbar sind. Nur mit den aktuellen Geräten (mit angehängtem e-Suffix) erhalten Sie eine Reichweite die dem neusten Stand der Technik entspricht.

Infrastruktur:

Während im analogen Betriebsfunk meißt eine Feststation direkt mit Fahrzeugen, oder auch nur Handfunkgeräte untereinander kommunizierten, ist das selbe freilich auch im digitalen Betriebsfunk möglich. Zum ausnutzen aller Vorteile des Digitalfunkes sind Relaisstationen jedoch deutlich wichtiger als im Analogfunk. Denn sie dienen nicht nur als Relaisstation, sondern ebenso als "Master-Controller" welcher das Timing für die Zeitschlitze sowie das Routing zwischen den Geräteadressen zentral steuert. Aufgrund dieser Eigenschaft von DMR, hat die Bundesnetzagentur nun entsprechende Duplex-Frequenzpaare für DMR-Relais eingerichtet. Ebenso ist es dank DMR-Technik nun auch deutlich leichter ein Relais genehmigt zu bekommen.

Selektivruf:

Die Selektivrufverfahren aus dem bisherigem analogen Betriebsfunk beherrschen manche heutige DMR-Geräte nur noch im Analog-Modus. DMR braucht hingegen keinen Selektivruf mehr. DMR benötigt je Funknetz folgende Daten:

  • Frequenz (in Frequenzzuteilung vorhanden)
  • Color-Code (in Frequenzzuweisung vorhanden)
  • ID's (Geräteadressen)

Jedes Funkgerät hat eine oder mehrere ID's, worüber es erreichbar ist. Ein Einzelruf zwischen zwei individuellen ID's baut eine Verbindung zwischen zwei exakt definierten Funkgeräten auf - andere Teilnehmer mit anderen ID's des selben Funknetzes bemerken nichts von diesem Gespräch. Ebenso sind ID's für bestimmte Gruppen definierbar, innerhalb dieser Gruppen läuft offener Betrieb "jeder hört jeden".

Darüber hinaus sind Gruppen-ID's für alle Geräte einer Flotte konfigurierbar, welche als Großgruppe "alle hören alle" bedient werden.

Über den jeweils zugewiesenen Color-Code (0-15) können mehrere Relais/Funknetze auf der selben Frequenz entkoppelt werden.

Als letztes wären da noch die zwei häufigsten Kundenfragen welche wir hier kurz zusammen fassen:

Muss ich auf Digitalfunk umsteigen? Und bis wann spätestens?

Abgesehen von wenigen kleinen Sondersparten die eigene Kanäle haben (z.B. DLRG, Justiz u.ä.) werden früher oder später die meißten Betriebsfunknutzer umsteigen müssen. Als Zuteilungsinhaber wird man von der Bundesnetzagentur mehrere Jahre vor Auslauf einer Frequenzzuteilung darüber informiert. Wann welche Frequenzbereiche auf Digitalfunk zugewiesen werden kann heute noch niemand wissen.

Aktuell laufen die analogen Frequenzzuteilungen in folgenden Teilbereichen aus und können i.d.R. nicht mehr verlängert werden:

147,85 - 148,01MHz (Taxifunk)
150,43 - 150,61MHz (Taxifunk)
155,03 - 155,21MHz (Taxifunk)
158,35 - 159,07MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
159,01MHz          (Wanderfrequenz)
163,31 - 163,47MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
456,67 - 456,81MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
457,03 - 457,19MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
457,23 - 457,39MHz (Taxifunk)
459,63 - 459,97MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
466,67 - 466,83MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
467,03 - 467,21MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)
467,23 - 467,39MHz (Taxifunk)
469,63 - 469,97MHz (Gemeinschaftsfrequenzen)

Für diese Kanäle gilt seit Juli 2014 eine Befristung laufender Frequenzzuteilungen auf 5 Jahre. Alle betroffenen Zuweisungsinhaber dürfen diese Kanäle nur noch bis vorraussichtlich 31.12.2019 nutzen - in so fern die jeweilige Zuteilung nicht schon vorher ausläuft.

Sollten regional noch ausreichende Kanalkapazitäten für analogen Betriebsfunk verfügbar sein, wäre ein Frequenzwechsel möglich. Allerdings werden diese Kapazitäten gerade in Ballungsgebieten nicht überall vorhanden sein. Eine Umrüstung auf DMR rechtzeitig vor Ablauf der Zuweisungsfrist ist in diesen Fällen an zu raten. Lassen Sie sich frühzeitig beraten. Schildern sie möglichst exakt Ihre Funkstruktur (Anzahl Feststationen, Mobilgeräte, Handfunkgeräte) sowie exakte Ortsangaben der aktuellen Feststation (Adresse oder GPS-Koordinalen in WGS84-Format) in einer eMail an uns. Wir werden uns mit Ihnen umgehend in Verbindung setzen und kostenlos und unverbindlich mögliche Konzepte und Ratschläge unterbreiten.

Warten Sie nicht auf den Fristablauf! Alle aktuellen DMR-Funkgeräte sind Dualmode-Geräte. Sie können neben DMR auch noch auf ihren bisherigen Frequenzen mit bestehenden analogen Betriebsfunkgeräten arbeiten. Eine Umrüstung kann also nach und nach in Etappen erfolgen - ebenso braucht eine Konzeptplanung sowie die Anmeldeformalitäten für DMR-Zuweisungen eine gewisse Zeit.

Wie Teuer wird ein Umstieg?

Das hängt in erster Linie von Ihren Ansprüchen ab:

Motorola MOTOTRBO bietet ein sehr weit skalierbares Gesamtsystem an welches Funktionen bietet die weit über den nackten DMR-Standard hinaus gehen. Flottenmanagement mit GPS-Tracking, Textübermittelung, Telemetrie (z.B. Hermes-TRX), bis hin zu multifunktionalen Bündelfunknetzen (Capacity Plus) und beliebig vieler örtlich getrennter Relais als Verbundnetz (IP Side Connect) und vieles mehr sind möglich.

Motorola MOTOTRBO ist als modulares Gesamtsystem an zu sehen welches mit einzeln hinzukaufbaren Lizenzschlüsseln ausgebaut werden kann. Das hat freilich seinen Preis. Lohnen tut sich MOTOTRBO daher nur für Anwender, welche einige dieser Funktionen benötigen. Flottenmanagement mit GPS-Tracking und Textmitteilungen (Infotexte, Aufträge und Statusübermittlungen) sowie Telemetrie macht z.B. Sinn für Taxiunternehmer, Kurierdienste und ähnliche Anwender. Sie bekommen mit einem Konzept auf Basis von MOTOTRBO alles, was bisher von Drittanbietern bezüglich Steuerrechner, Datenfunkdisplays und Spezialadapter teuer hinzugekauft werden musste.

Für kleinere Betriebsfunknutzer, beispielsweise dem Handwerksbetrieb mit seinen 5 Fahrzeugen und vielleicht zwei Handfunkgeräten, lohnt sich eher ein Blick auf Vertex Standard eVerge!

Geräte für digitalen Betriebsfunk in DMR ohne die vielen Sonderfunktionen wie Flottenmenagement, GPS-Tracking und Datenübermittelung - zu einem Preis der vergleichbar mit heutigen analogen Betriebsfunkgeräten ist. Die Unterschiede liegen im Konzept: Bei Motorola kauft man die Hardware die alles kann, und kauft lediglich Softwarelizenzen dazu. Bei eVerge sind GPS, Telemetrie und vieles andere auf Optionsboards ausgelagert. Man zahlt also nur die Hardware, die man nutzen will. Viele Geräte aus der eVerge-Serie besitzen einen internen Steckplatz für solche Optionsboards. Aktuell sind leider noch keine Optionsboards für z.B. GPS-Tracking lieferbar - sobald sich das ändert werden wir diese Option im Shop einpflegen.

Egal ob MOTOTRBO oder eVerge: Beim Umstieg von analog auf digital müssen viele Details geklärt werden. Ist die bisherige Stationsantenne an ihrem Standort sinnvoll für DMR? Lohnt es sich die Feststation abgesetzt an einem topologisch günstigeren Ort zu betreiben? Oder lohnt sich schon ein DMR-Relais? Welche ID-Gruppen werden gebraucht - wer muss mit wem sprechen können/dürfen - wer darf wo mithören? Ist eine digitale Verschlüsselung sinnvoll - und mit welchem Verschlüsselungsgrad? Alles Fragen die zwischen einer lohnenden Investition oder einer schmerzhaften Fehlinvestition entscheiden. Sprechen Sie uns unverbindlich an!

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